Dies & Das

Nur so zwischendurch: Laut oder leise – aber immer mit Musik. Eine Hommage

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Habt ihr euch auch schon einmal gefragt, warum Menschen tanzen? Warum sie den Impuls verspüren, sich zu etwas frei zu bewegen, dass in der Luft schwirrt wie die Hitze in der Wüste, aber dennoch nicht greifbar ist? Etwas, dass man hört und dass man fühlt, aber trotzdem niemals sehen kann? Was kann einen Menschen so packen ohne ihn 'anzupacken'? Es ist die Musik. Sie wird zwar oft auf die eine oder andere Art gewürdigt, aber selten in ihrer Vollkommenheit; ganz für sich alleine.  

An dieser Stelle möchte ich daher einem faszinierenden, universellen, demokratischen, vielfältigen Wunder der Welt einen Dank, ja mehr noch- eine Hommage aussprechen: Der Musik.

Wir wissen nicht, wo sie herkommt oder wer sie erfunden hat. Wir wissen nicht, wie alt sie ist. Wir wissen nur: Sie ist das präsenteste Gemeingut der Welt, das kein Gefühl ist, sondern eine Kunst für sich.

Die Musik ist in jeder Lebenssituation für einen da; immer zu Stelle wenn man sie braucht. Musik ist vielleicht das wandelbarste Phänomen der Geschichte der Menschheit. Sie ist per se nicht beschreibbar. Was ist eigentlich Musik? Einfach nur Töne, aneinander gereiht, bestenfalls aufeinander abgestimmt? Töne, die aus musikalischen Gegenständen oder aber durch die Stimme der Sänger transportiert werden? Hörbare Schwingungen in der Luft, die auf unterschiedlichste Art und Weise erzielt werden?

Musik ist unendlich und universell: Sie ist überall auf der Erde zu finden- kennt Millionen verschiedener Rhythmen, Strophen und Harmonien. Die Musik spricht tausend Sprachen und hat doch ihre ganz eigene. Musik ist demokratisch – jeder kann sie, jeder darf sie erzeugen, spielen, genießen. Musik ist grenzenlos – sie nimmt jede Hürde, überwindet Ländergrenzen, überfliegt Kontinente. Musik entlässt Kräfte des Alters, zersetzt Jahre und Jahrzehnte. Mozart ist über zweihundert Jahre alt und immer noch so beliebt, als hätte er gestern komponiert. Verdis Opern beglücken vom ersten Ton an, seit Jahrhunderten. Songs von Michael Jackson sind so zeitlos, wie der Sänger selbst wohl gerne gewesen wäre. Neverland.

Überall auf der Welt verführt die Musik Menschen dazu, sie in einer neuen Form zu erfinden. Sie ist in der Lage, jeden Geschmack zu bedienen. Sie weiß es, Menschen jeder Herkunft, jeden Alters zu beglücken. Jedes Land kennt andere, neue Ausprägungen und Interpretationen von ihr: Jazz, Blues, Gospel, Salsa, Samba, Rock 'n' Roll, Klassik, Folk, House, Country, Metal, Pop.

Musik ist niemals aufdringlich, sondern lässt uns entscheiden: Im Vorder- oder Hintergrund, laut oder leise. Akoustisch oder Acappella, mit Stimme oder ohne.

Musik wirkt identitätsstiftend: Jedes Land hat sich seine eigene musikalische Hymne gegeben. Musik ist kämpferisch: Ob „Imagine“ von John Lennon oder „Blowing in the Wind“ von Bob Dylan – Musik vermag es, nicht nur musikalisch, sondern auch politisch gesehen den Ton anzugeben. Musik ist eine politische Kraft. Doch man passe auf- sie wirkt auch verführerisch. So manches Liedgut ist uns in Deutschland "verlorengegangen", weil es in der Nazizeit instrumentalisiert und für einen furchtbaren politischen Kanon genutzt wurde.

Musik ist jedoch auch ein Schutzmantel – sie hütet Menschen im Komfort ihrer Klänge. Ob Sklavengesänge aus denen der Ghospel entstand, oder Gute-Nacht-Lieder für Kinder, die schlimme Träume verhindern sollen. Alles schafft die Musik.

Die Musik reist mit dir in die Ferne- begleitet dich und lässt dich mit dem neuen Land in dem du dich befindest, vertraut machen. Ob Salsa auf Kuba oder der Fado in Portugal. Die Musik erzählt die von der Geschichte und Kultur des Landes.

Musik gibt keinen Rahmen und keine Größe vor. Ob Woodstock, Coachella, das Kammerkonzert oder einfach nur für sich selbst musizieren – sie urteilt nicht über die Zahl oder Qualität der Zuhörerschaft. Sie ist ein Selbstzweck.

Auf unterschiedlichster Art und Weise begleitet die Musik uns auf jeder Etappe unseres Lebens und oft genug definiert sie diese sogar: Ob Jugend, Hochzeit oder Beerdigung eines Angehörigen. Sie findet den richtigen Ton, wenn es erwünscht ist. Und immer ist sie eine der wichtigsten Zugangspunkte für Erinnerungen: Sie transportiert diese Erinnerungen in ihren Stücken – sofort fühlen wir uns zurückversetzt in die vergangene Zeit. Immer wenn ich Paul Simons „Graceland“ höre, sitze ich wieder mit meiner Familie im Auto auf dem Weg zum Urlaub in Frankreich. Wenn ich Tom Waits höre, stecke ich wieder in den schönsten Liebeskummerstunden meiner Jugend. Die Comedian Harmonists werde ich niemals hören können, ohne an meinen Großvater zu denken. Over the rainbow/what a wonderful world von Israel Kamakawiwoʻole ist unser Familienlied und prägt mein ganz Leben.

 

Für jedes Gefühl und Stimmungs- und Lebenslage, für jeden Mensch auf dieser Welt, für jede Epoche, für alles eine musikalische Lösung. Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum.

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