Digitalisierung

Von Verjüngungsstrategien: Tag der Digitalen Wirtschaft Essen #DWNRW

Digitalisierung

Eine meiner Lieblingskonferenzen dieses Jahr war mit Sicherheit der Tag der digitalen Wirtschaft (#dwnrw) in Essen, über den ich schon in meinem vorherigen Blogbeitrag berichtete.  

An diesem 25. November 2016 diskutierten Vertreter der -sagen wir mal- "reifen" Wirtschaft und der "jungen wilden" Unternehmerzene darüber, wie man im Zeitalter der Digitalisierung nachhaltig erfolgreich sein kann. Mit der üblichen Inflation aller möglicher Buzzwörter (Industrie 4.0 / BIG DATA / Agilität / disruptive Technologien / Innovationsmanagement / MVP-Strategien) wurde eifrig diskutiert, referiert und präsentiert.

Von Otto über Uber, von RWE über Miele- alle haben ihre eigenen Erfahrungen in der heutigen digitelzentrierten Welt gemacht, teilten diese und tauschten neue Ideen aus.

Hier sind ein paar Dinge, die ich von dem Tag mitgenommen habe:

Der deutsche Mittelstand, aber auch Großkonzerne haben erkannt, dass sie ihre eigenen Geschäftsmodelle in Frage stellen müssen, um sich für die Zukunfts zu rüsten. Arbeits-, Produktions- und Logistikprozesse funktionieren heute schon in einem Technologiemodus, zu dem viele Unternehmen noch nicht aufgeschlossen haben. Die Umstellung auf neue Systeme ist oft aufwendig und kostspielig und davor schrecken viele Geschäftsführer verständlicherweise zurück. Die Investition amortisiert sich aber, wenn gut gemanagt, oft durch die Erleichterung und durch Ressourceneffizienz nach wenigen Monaten.

Innovationsfähigkeit schlummert in jedem Unternehmen, aber diese müssen Raum schaffen um Innovationsideen ans Licht zu führen und zu nähren. Unternehmen müssen dann aber auch die Möglichkeit schaffen, damit Mitarbeiter Innovation unhierarchisch und schnell umzusetzen können. Statt in realitätsfernen Businessplänen herumzuschwirren, so der Konsensus auf dem DWNRW, sollte man näher am Alltag seines Teams und seiner Kunden, nah am Markt und vor allem nah an der Gründerszene sein. Dies ist ein wichtiger Punkt: Denn durch das aktive Mitverfolgen und -erleben der Gründerwelt wird auch ein Spiegel auf die eigenen Geschäftsaktivitäten und deren Zukunftsperspektive gebildet. Neue Impulse kommen sowohl von außen, als auch von Innen-  denn nur mit deutlichem Willen der Geschäftsführung zu Veränderung und Wandel, kommt Schwung in die Konzernwelt. Der schöne Spruch:

„Love it, change it or leave it“

- er kann auch für ganze Geschäftsmodelle gelten.

Beständig muss ein Unternehmer seine Horizonte erweitern, Agilität wahren und Ideen vorantreiben. Vor allem was missglückte Versuche angeht, kann die deutsche Unternehmenskultur noch viel lernen. Tut es, auch wenn es vielleicht zunächst fehlschlägt- der Lernmoment war es in den meisten Fällen wert. Lieber mit einem MVP-Produkt starten, dieses adjustieren, als in der Perfektion verloren gehen- so die Panelisten auf dem Wirtschaftstag.

An verschiedenen Beispielen lassen sich heutzutage die Annäherungen von Startups und Unternehmen beobachten: Letztere haben erkannt, dass sie viel von den jungen Wilden lernen können. Sie gründen Inkubatoren, Innovationshubs oder Acceleratoren- sie investieren in Startups, oder übernehmen diese in Gänze. Hier gibt es kein Patentrezept zum Erfolg: Jedes Unternehmen sucht den für sich besten Weg. Und wenn dieser beste Weg in der Gründung einer eigenen Innovationsabteilung, mit entsprechend jungen oder junggebliebenen Mitarbeitern liegt, auch das kann vielversprechend sein. Hauptsache der Laden kommt, bleibt in Schwung.

Doch auch umgekehrt gibt es einiges zu lernen: Mit Facebook-Likes kann man letztlich keine Brötchen backen. Daher tut es Startups durchaus gut, in ihrem Digitalisierungs-Sturm & Drang zwischendurch zu pausieren und Raum zu lassen für die Wertschätzung der alten Unternehmergarde. Dort kann man sich viel abschauen, was einen soliden Firmenaufbau und gesundes Wachstum angeht. So sollten wir weiter freudig und emsig im Dialog bleiben, uns austauschen, von alt und neu lernen und gemeinsame Brücken bauen.

 

"Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück."  

(Laotse)

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