12 Twitter-Nutzer und ihre Zutaten für erfolgreiche Tweets

Kommunikation - 09. Januar 2019

12 Twitter-Nutzer und ihre Zutaten für erfolgreiche Tweets

    Für Basic Thinking habe ich 12 Twitterern (darunter Frank Thelen, Peter Wittkamp, Robert Habeck) ihren reichweitenstärksten Tweet preisgeben lassen und diesen analysiert. Lest hier, was dabei herausgekommen ist: 

    Was haben Robert Habeck, Anja Amaranth, Frank Thelen und der „bloggende Bahner“ gemeinsam? Nun, sie sind alle ausgewiesene Twitter-Jünger. Deshalb haben wir sie nach ihrem Erfolgsgeheimnis befragt. Was zeichnet erfolgreiche Tweets aus? Die Antworten sind erfrischend abwechslungsreich.

     

    Nachdem ich recherchiert habe, wie man mit ein paar kleinen Tricks und Stellschrauben bei Twitter mehr Reichweite aufbaut, möchte ich heute den Blick in die Praxis werfen.

    Dazu habe ich zwölf bekannte Twitter-Nutzer gefragt, welcher ihr reichweitenstärkster Tweet des Jahres gewesen ist und was erfolgreiche Tweets auszeichnet. Was kam bei ihren Followern richtig gut an – Statements, Fotos, gepostete Links? Lassen sich anhand dieser Beispiele bestimmte Muster erkennen und Learnings herauslesen?

    Dabei war es mir wichtig, nicht nur Prominente, sondern eine bunte Mischung von Leuten aus allen möglichen Lebensbereichen und mit einer großen Spannbreite an Followern vorzustellen – von 1.000 bis 40.000.

    Lasst uns gemeinsam schauen, was da so 2018 gezwitschert wurde und welche Muster sich für erfolgreiche Tweets erkennen lassen.

    1. Peter Wittkamp, Autor und Texter (22.700 Follower): Ein Dreiklang

    Peter Wittkamp hat sich durch seine Pointen-Treffsicherheit längst einen Namen gemacht. Als jüdische AfD-Mitglieder sich zu der Vereinigung „Juden in der AfD“ zusammenschlossen, gab ihm das eine perfekte Steilvorlage.

    Er kommentiert: „Meine Zutaten für einen erfolgreichen Tweet sind: ein aktuelles Thema, über das viel geredet wird, plus den Klassiker des Comedy-Schreibens: ein hübscher Dreiklang!“

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    Nach der Mitgliedervereinigung "Juden in der AfD" freue ich mich schon sehr auf "Kommunisten in der FDP", "Walfänger bei den Grünen" und "Hochbegabte in der NPD".

     

    2. Carline Mohr, Redakteurin und Buchautorin (15.500 Follower): Klar Stellung beziehen

    Bei Carlines Mohrs Tweet ging es um die Demonstrationen von Chemnitz Anfang September: Ihre klare Stellungnahme und gleichzeitige Kritik an der Berichterstattung großer Medien wurde sehr positiv aufgenommen.

    Sie erklärt: „Ich habe noch einmal aufgegriffen, was Sascha Lobo ziemlich genau schon so bei der Republica gesagt hat. Das war mir wichtig noch einmal hervorzuheben, denn viele Medien sprachen bei der Demo in Chemnitz von ‘linken Demonstranten’. Die waren da sicher auch, aber die ganze Idee hinter dieser Aktion war ja, gegen Rechtsradikale zu sein, was nicht zwingend links bedeutet. Da waren auch Leute von der FDP, der CDU usw., die relativ unverdächtig sind, linke Demonstranten zu sein…!“

     

     

    Menschen, die sich den Neonazis in entgegenstellen, sind nicht zwingend „linke Demonstranten“. Das Gegenteil von rechtsradikal ist nicht links. Das Gegenteil von rechtsradikal ist: nicht rechtsradikal.

     

    3. Robert Habeck, Politiker und Vorstandsvorsitzender Die Grünen (45.100 Follower): Tagesaktuell und schnell kommentieren

    Wäre ich noch an der Uni, hätte ich große Lust, das Thema „Polit-Gezwitscher: Der politische Diskurs auf und in Zeiten von Twitter & Co“ als Masterarbeit zu übernehmen. Natürlich denkt man sofort an Trump und seine einbahnstraßenartigen Twitter-Fanfaren. Doch auch in Deutschland sind inzwischen viele Politiker auf Twitter unterwegs – im Gegensatz zu Trump jedoch die Dialogfunktion des Mediums nutzend.

    Hier ist es vor allem die Schnelllebigkeit, die Twitter auszeichnet. Es ist eine gute Möglichkeit, den eigenen Standpunkt zu einem aktuellen Geschehnis schnell und unkompliziert zu verbreiten.

    Robert Habeck nutzte die digitale Bühne, um auf die Meldung über Gaulands „Vogelschiss“-Zitat zu reagieren.

    Der Grünen-Vorsitzende nahm diese auf, retweetete sie von einer externen Quelle – so war der Kontext seines Kommentars für alle noch einmal ersichtlich – und bezog mit deutlichen Worten Stellung zur AfD.

     

    Fazit: der reichweitenstärkste Tweet für eine schnelle und klare Positionierung.

    4. Frank Thelen, Investor (33.700 Follower): Sich den Nörglern entgegen stellen

    Auf Twitter wird gern genörgelt, was das Zeug hält. Große Aufregung gab es über ein Interview, das Digitalministerin Dorothee Bär im Heute Journal gab. Sie sagte darin, dass es neben dem Ausbau des Breitbandnetzes auch andere, wichtige Pläne für sie gäbe und nannte unter anderem das Thema Flugtaxi.

    Es hagelte daraufhin Spott und Kritik im Netz. Frank Thelen, der unter anderem in ein Start-up, das Flugtaxen entwickelt, investiert, sah Anlass, deutliche Worte gegen die Nörgler auszusprechen und auch einmal eine Lanze für eine Politikerin zu brechen. Herauskam: sein reichweitenstärkster Tweet.

     

     

    Die Aufregung über von @DoroBaer zeigt unser Problem: Jetzt denkt ein Politiker weiter, leugnet aktuelle Probleme nicht und es hagelt dumme Kommentare. Wir wollen mit @Lilium einen Weltmarktführer aus Deutschland aufbauen. Auch Volocopter ist Innovation aus Deutschland

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