Kommunikation

Der Dialog ist eröffnet! Was PR-ler über Journalisten sagen

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In meinem neusten Artikel auf Basic Thinking befrage ich PR-ler, was sie sich von Journalisten wünschen würden. Wie kann man die Zusammenarbeit zwischen Kommunikatoren und Redakteuren verbessern? 

 

[Dieser Artikel erschien zuerst auf Basic Thinking]

Das Spannungsfeld zwischen PR und Journalismus ist kein leichtes. Wir haben bereits bei Journalisten nachgefragt, was sie sich von PRlern wünschen würden. Nun drehen wir den Spieß um und haben bei sieben Kommunikations-Experten nachgefragt.

PR-Leute und Journalisten haben oftmals eine eher wenig romantische Beziehung. Einerseits brauchen sie einander, denn Redakteure profitieren von gut aufbereiteten Geschichten und Kommunikatoren brauchen dafür Abnehmer.

Andererseits ist der Austausch auch oft mit Ziehen und Zerren verbunden. Gerade weil Redaktionen unter immer größerem Zeitdruck stehen und sich gefühlt das Zahlenverhältnis von Journalisten zu PRler doch arg zu ungunsten letzterer gewandelt hat, ist das Verhältnis noch angespannter.

Journalisten fühlen sich oft genervt von den vielen PR-Anfragen und die Kommunikatoren haben das Gefühl, nicht mehr „durch zu kommen“. Das heißt: Selbst mit guten Themen und Geschichten kaum auf offene Ohren zu stoßen.

Der Artikel über „Schlechte Pressearbeit“, in dem ich diverse Journalisten zu Wort kommen ließ und sie fragte, wie ihrer Meinung nach die PR-Arbeit besser und vor allem effektiver gestaltet werden könne, stieß auf große Resonanz.

Doch wie überall im Leben, in den Medien, in gesellschaftlichen Diskussionen reicht es nicht, nur eine Seite zu hören. Daher sei der Dialog hiermit eröffnet: Ich habe eine Reihe von routinierten PRlern gefragt, wie sie die Zusammenarbeit mit Presseleuten einschätzen und was sie für Verbesserungswünsche haben. Das sind ihre Antworten.


Kai Oppel, Inhaber und Geschäftsführer, Scrivo Public Relations

Ich selbst war lange Zeit Journalist und weiß, wie sich die andere Seite des Schreibtischs anfühlt. Die Aufträge kommen kurzfristig, die Abgabefristen sind eng, die Bezahlung oft genug miserabel. Früher haben Journalisten PRler oft als die dunkle Seite der Macht angesehen.

Zum Glück stelle ich heute fest: Der Umgang unter Kommunikationsexperten hat sich sehr verbessert beziehungsweise professionalisiert. Beiden Seiten ist im Idealfall klar, dass es bei PR um die Vermittlung interessensgesteuerter Kommunikation geht.

Natürlich wäre es schön für uns, wenn eine Anfrage einmal auch 48 Stunden Zeit hat. Natürlich freue ich mich, wenn wir für den Kunden ein Zitat zum Gegencheck bekommen. Aber: Wenn’s nicht klappt, dann muss es eben schnell gehen.

Und es darf von professionellen PR-Experten erwartet werden, dass sie gegebenenfalls auch im Telefonat zitierfähig liefern.

Was ich mir jedoch wirklich wünsche von einigen Journalisten: Seid offener beim Recherchieren. Entwerft nicht ein Thema beziehungsweise Storys, für die ihr dann bei Google solange nach Experten oder Beweisen sucht, bis die Geschichte stimmt.

Ich finde diese Art des Tendenzjournalismus für alle Seiten nicht gut und verzerrend. Die Geschichte wird nicht schlechter, wenn sie im Sinne neuer oder zuvor nicht bedachter Aspekte nicht rund ist, sondern anders als erwartet. Als Mitgründer der Plattform Recherchescout glaube ich fest daran, dass Matching dabei helfen kann.

Zudem würde ich mir wünschen, dass ihr bei aller Zeitknappheit auch einmal den Hörer in die Hand nehmt oder Rückfragen auf eine Pressemeldung habt. Nur, wenn ihr, liebe Journalisten, weiter einen guten Job macht und mehr liefert als das, was im Netz oder in Pressemeldungen zu finden ist, bleibt euer Produkt so gut, dass es für die PR glaubwürdig und gut ist.

Dass ein sorgfältig recherchiertes und individuell journalistisches Produkt mit den Stilformen wie Interview, Feature oder Reportage für den Rezipienten obendrein die bessere Wahl ist – geschenkt!

Kai Oppel, Inhaber und Gesch            </div>
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