Start-Up Welt

Das Berliner Start-up ArtNight: Kunstnächte, die Menschen zusammenbringen.

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  Wohin bewegt sich eine Gesellschaft, die mehr whats app - Nachrichten schreibt, als zu telefonieren? In der es immer schwerer zu sein scheint,  neue Freundschaften zu schließen? In der getindert statt angesprochen wird? In der man im anonymen Treiben der Großstadt kaum noch den eigenen Nachbar kennt?

 

"In eine unschöne Richtung!", finden die ArtNight-Gründer Aimie-Sarah Henze und David Neisinger. Was fehlt sind fröhliche Abende des „Digital Detox“. Und sie zogen los, um entgegen der nicht mehr aufzuhaltenden digitalen Transformation die Menschen offline zusammenzubringen. Doch: Nicht einfach so auf einen Drink, das wäre ja zu simpel. Es soll vielmehr darum gehen, gemeinsam etwas zu schaffen; kreativ zu sein.

Das junge Berliner Start-up ArtNight ist das Resultat: Ein Veranstaltungskonzept für das kreative Zusammentreffen im Großstadtschungel. Es wurde im Sommer 2016 gegründet und hat inzwischen schon über hundert Kunstabende veranstaltet. Die Idee: Unter Anleitung eines lokalen Künstlers malen oder zeichnen die Gäste ihr eigenes Kunstwerk, lernen sich darüber hinaus kennen, tauschen sich aus und verbringen einen schönen Abend miteinander. Was sich zunächst als kleines Nischenangebot anhört, ist in den USA schon eine große Bewegung geworden: Das amerikanische Pendant Paint Nite veranstaltet schon in 135 Städten jeden Monat bis zu 4000 ArtNights!

 

Hinter dem Konzept steckt tatsächlich viel mehr, als es auf den ersten "Pitch" hin eventuell scheint. Die ArtNights bewirken:

- Dass fremde Menschen in einer ungezwungenen Atmosphäre zusammenkommen, um gemeinsam etwas zu lernen und zu schaffen

- Dass lokale Künstler ihr Wissen weitergeben und ihre Bekanntheit vergrößern können. Zudem bekommen sie eine zusätzliche Einkommensquelle – für viele ist es nach wie vor schwer, von der Kunst zu leben.

- Dass immer verschiedene Bars und Restaurants von der Ausrichtung der ArtNights vor allem an umsatzschwächeren Wochentagen profitieren

- Dass Leute einfach mal wieder kreativ sein können und vielleicht sogar längst verborgene Talente (wieder-)entdecken.

 

„Haben Sie sich schon einmal an Ihre Schulzeit zurückerinnern und festgestellt, wie genial das kreative Angebot damals war? Wir haben stricken gelernt, einen Nähmaschinen-Führerschein gemacht, wir hatten Werken-, Kunst – und Musikunterricht. Wer wollte, konnte noch die Theater-AG besuchen. Schließlich waren da noch die Eltern, die darauf bestanden, dass man Blockflöte oder Klavierspielen lernt. Ist es nicht schade, wie wenig uns davon geblieben ist?“, fragte ArtNight-Gründerin Aimie-Sarah Carstensen.

„Wir möchten dabei helfen, die Menschen zumindest hin und wieder kreativ sein lassen zu können. Vielleicht finden sie ihre alten Talente wieder? Oder entdecken neue? Oder sie verbringen einfach nur einen entspannten, fröhlichen Abend mit netten Anderen,“ ergänzt Co-Founder David.

 

Inzwischen finden ArtNights in Berlin, Leipzig, München und Hannover mit immer variierenden Kunstthemen -wie zum Beispiel Acryl Painting, Blumenmalerei, Collage- oder nach dem Vorbild von Künstlern wie Frida Kahlo, Monet, Klimt, Banksy oder Rothko statt. Weitere Städte wie Hamburg, Stuttgart und Köln sind in der Planung. Das Ziel der Beiden ist es, bis Ende 2018 in über 50 Städten europaweit ArtNights auszurichten und auch hier eine ArtNight-Gemeinschaft und Bewegung entstehen zu lassen.

Man wünsche ihnen viel Erfolg und viele, viele Unternehmungslustige, die auf diese tolle Art und Weise zusammengebracht werden.

 

Mehr Infos über die nächsten Kunstnächte findet ihr hier oder auf Facebook 

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