Start-Up Welt

Kampf in der Sportmodewelt: David gegen Goliath – oder: Gymjunky gegen so ungefähr alle

Start-Up Welt

Da es ja derzeit bekanntlich genügend Schreckensmeldungen durch die Nachrichten kursieren -sowohl politischer, als auch wirtschaftlicher Natur- denke ich, ich sollte euch an dieser Stelle lieber mit kleinen, aber Mut machenden Geschichten unterhalten. Eine dieser Stories kommt heute von einem Hamburger Startup. Dazu muss man zunächst wissen: Die Hamburger Startup-Szene gilt als fein, aber klein (ich berichtete) – wenn man sich also einige Zeit in ihr herumgetrieben hat, glaubt man leicht, man kennt alle Gesichter. Zumindest fast alle. Glaubt man. Und dann offenbaren sich gleich in nächster Nachbarschaft so wunderbare Neuentdeckungen, die, wie sich dann herausstellt, schon seit 2 (!) Jahren dabei sind. So geschehen im Fall Gymjunky – meine Geschichte der Woche. Sagen wir des Monats. Sie ist eine, die in vielen Branchen geschrieben werden könnte: Der Startupkampf gegen die globalen, großen Goliaths dieser Welt.

 

Die beiden Gründer Zia und Roberto sind schon seit Langem befreundet. Beide kennen sich mit der Modewelt aus- allerdings innerhalb sehr unterschiedlicher Erfahrungshorizonte. Während Zia in seiner Zeit vor Gymjunky im Bereich E-Commerce unterwegs war, jettete Roberto als gut gebuchtes Model vor allen möglichen Fotografenlinsen umher. Was sie vereint: Beide sind leidenschaftliche Sport- und Fitnessfans. Vor zwei Jahren stellten sie fest, dass es bis auf die Kollektionen der „üblichen Verdächtigen“, das heißt, der uns gut bekannten globalen Marken wie Nike, Adidas, Puma etc. kaum coole, modische Fitnessbekleidung auf dem Markt gab. Dies war, bevor Under Armour und andere Fitnessviecher aus dem Boden schossen. Und auch bevor jeder Klamottenhersteller – von H&M bis Victoria Secret, als gänzlich egal worauf sie eigentlich spezialisiert sind- eigene Sportlinien einführten, oder bekannte Models, SchauspielerInnen oder Ähnliches ihre Namen für eine „eigene“ Styler-Sportkollektion hergaben.

Zurück nach Hamburg. Zia und Roberto taten sich nun zusammen und gründeten das Label Gymjunky. Die Idee: Gymjunky sollte viel mehr als eine sportliche Fashionlinie sein, sondern sie wollten mit Gymjunky eine Community für Fitnessfans etablieren, die wirklich, also wirklich viel Zeit mit Sport verbringen. Die Süchtigen – die Junkies, die ohne Sport nicht genügend Luft zum Atmen in der Lunge verspüren. Aber auch die, die sich gern modisch kleiden, auf gute Ernährung und auf mentale und körperliche Stärke achten. Gymjunky soll ihnen als Marke eine Heimat bieten.

Nicht abgeschreckt davon, gegen alteingesessene Platzhirsche anzutreten, begann das Gründerduo, aus ihrem kleinen Hamburger Büro heraus die ersten Tanktops, Trainingshosen, Sportshirts, passende Caps und Hoodies zu designen und versenden. Der erste Etappensieg: Sie konnten den ehemaligen Fußballspieler Marcell Janssen als Investor gewinnen. Ein Sportler mehr in der Runde – wenn auch aus einem anderen Fach :)

Trotz der großen Konkurrenz ging das Konzept auf: Seit der Gründung haben sich die Gymjunky-Zahlen verdreifacht – 2017 wird mit einem siebenstelligen Umsatz gerechnet. Während die ersten Muster noch handgefertigt wurden, kommen inzwischen im bescheidenen Hamburger Büro unweit der Schanze jeden Monat große Containerladungen mit frischer Ware an- die von Hamburg aus in die weite Fitnesswelt geschickt wird.  Das wichtigste ist den Gründern jedoch: Sie haben es durch geschicktes Content-Marketing und Social Media Strategien, letztendlich natürlich auch durch ihre Nähe zu den Kunden und der Qualität der Kleidungsstücke, tatsächlich geschafft, eine eingeschworene und loyale Gemeinschaft von wahren Gymjunkies zu kreieren. Jeweils knapp 30.000 Follower bei Facebook und Instagram – das kann sich wahrlich sehen lassen. Dazu kommt: Ein jeder E-Commerce-Händler träumt zudem von einer solchen Retourenquote – nämlich einer, die gen Null geht.

Der Weg zum langfristigen Erfolg ist jedoch durchaus mit schweren Gewichten ausgelegt – in der Modewelt wird mit harten Bandagen gekämpft, die auch Gymjunky zu spüren bekommt. So hat gerade in den letzten beiden Jahren der Fitnesstrend die Branche überrollt und unzählige neue Akteure auf den Plan gerufen. Viele gibt es inzwischen schon nicht mehr. Ob Gymjunky überlebt, wird sich in den nächten Jahren zeigen.  Auf dem richtigen Weg ganz nach oben sind sie in jedem Fall. Viel Erfolg Sportfreunde!

>> Mehr Infos über Gymjunky gibt's hier

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