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Pro Quereinsteiger! Münchner Start-up Talentcube bietet Videobewerbung an

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Sehr coole Idee: Damit Recruiter nicht nur auf den Lebenslauf schauen, sondern vorab schon einmal einen ehrlichen Eindruck von den Bewerbern bekommen, haben die Gründer von Talentcube eine App entwickelt, mit der die Jobsuchenden kleine Videoclips von sich an die potentiellen Unternehmen senden können. Wie das funktioniert und was für schöne Nebeneffekte die Idee mit sich bringt, erfahrt ihr hier:

 

 

Ich habe vor einem Jahr für die Edition F eine "Hommage an Generalisten und Quereinsteiger" geschrieben. In dem Artikel ging es um meine eigene Laufbahn als “berufliches Chamäleon” und meine langzeitige Tätigkeit im Ausland, mit einem eher rosa- als roten Faden im Lebenslauf. Ich war zwar in allem, das ich anfasste, erfolgreich, jedoch waren alle Positionen in verschiedenen Arbeitsfeldern.  Der Beitrag diente auch dazu, anderen Mut zu machen, nicht "pure Lebenslaufkosmetik" zu betreiben und den eigenen Weg zu gehen - selbst wenn er nicht zwingend geradlinig ist.

Bis heute glaube ich allerdings, dass ich es in “klassischen” Bewerbungsverfahren wohl sehr schwer haben würde. Daher war ich sofort von den Ideen des Start-ups Talentcube begeistert: Die drei Gründer Sebastian (2x) und Hendrik möchten die leicht angestaubte Human Resources-Szene in Deutschland etwas aufmischen, das heißt bunter und digitaler gestalten.

Erstens haben sie es sich um Ziel gesetzt haben, den Recuritingprozess “mobile” zu machen, also per Smartphone zu steuern. Schon jetzt suchen die meisten Talente auf ihrem Handy nach neuen Jobs. Die logische Schlussfolgerung: Warum ist es so umständlich sich zu bewerben?

Andererseits war die Idee, die Bewerbungsverfahren gleichzeitig authentischer zu gestalten, so dass Bewerber, die vielleicht nicht den perfekten Lebenslauf vorweisen können (und normalerweise nach dem Einsenden des CVs sofort aussortiert werden würden), eine Chance bekommen, durch ihr Auftreten und ihr Wissen zu überzeugen. Denn die Frage ist doch: Wie gut kann man Potential, gerade im Kreativbereich, aber auch im Vertrieb, in der Kommunikation und im Business Development wirklich allein anhand eines Lebenslaufs bewerten? Gehen da nicht viele Talente unter, ohne überhaupt in Betracht gezogen zu werden, weil sie vielleicht keine 1er Zeugnisse und McKinsey-Praktika vorzuweisen haben?

Um also Quereinsteigern und “Aus-dem-Raster-Fallern” eine faire Chance zu geben und Unternehmen zu motivieren, mehr auf Persönlichkeit zu achten, als auf das schwarz-weiß Gedruckte, hat das Gründertrio eine App entwickelt, die es den Bewerbern möglich macht, sich per Videoclip zu bewerben. Der Clue: Die teilnehmenden Unternehmen haben individuelle Fragen hinterlegt, welche Bewerber erst bekommen, wenn sie das Video mit ihrem Smartphone aufnehmen. Das bedeutet: Er oder sie muss die Antworten spontan geben und sich wirklich zeigen, wie er/sie ist. Ich finde den Ansatz wirklich toll:  Mehr Authentizität, mehr Sponität und mehr Kreativität der Bewerber ist gefragt!

Ich würde mich freuen, wenn sich mehr Firmen davon inspirieren lassen und den Bewerbungsprozess wirklich moderner gestalten.

Die App hat noch eine Reihe weiterer cooler Features - wer Interesse hat, mehr zu erfahren, kann mich sehr gerne kontaktieren oder hier auf der Talentcube-Webseite vorbeischauen!

 

 

Über Talentcube

Talentcube wurde 2015 von Hendrik Seiler, Sebastian Niewöhner und Sebastian Hust gegründet. Die Gründer kennen sich aus dem Studium der Wirtschaftsinformatik an der Dualen Hochschule Stuttgart. Während Sebastian an seiner Masterarbeit zum Thema “Mobile Recruiting” schrieb, stellten die drei fest, wie viel Potential in der Digitalisierung der Human Resource Branche steckt. So reifte die Gründungsidee zu Talentcube, welches die Jungunternehmer mithilfe eines EXIST-Stipendiums aus der Taufe hoben. 2016 zog das Trio nach München, um dank der Förderung der LMU München ihr Projekt am Entrepreneurship Center weiterzuverfolgen.

Heute hat Talentcube 9 Mitarbeiter, zählt insgesamt mehr als 50 Unternehmen zu seinen Kunden, darunter Konzerne wie die Allianz und AOK sowie Pharma K, Meltwater und Medical Care aus dem Mittelstand.

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