Start-Up Welt

Startupcon in Köln – Location, Location, Location!!!

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Gestern war es nun soweit: Startupcon-Tag! Nach einigermaßen gut gemachtem und regen Wind um die Veranstaltung (würde sagen so Richterskala 6 - 7) kamen Sibilla Kawala von LIMBERRY (hier und da bekannt durch ihren Auftritt in der Höhle der Löwen) und ich in freudiger Erwartung nach Köln. Die Speakerschaft hörte sich gut an und trotz Bild-mäßiger Panelthemen („Sind Frauen die besseren Lifestyle Gründer?“  / "Hilft der Promi-Status um zu skalieren?" ) freuten wir uns auf interessanten neuen Input und coole Leute.

Gleich am Eingang bekamen wir jedoch das erste Windstößchen zu spüren, welches uns einen ersten Eindruck davon vermittelte, dass die Startupcon mitunter nicht ganz so reibungslos ablaufen würde, wie wir es zum Beispiel bei der Bits & Pretzels in München erlebt hatten.

Es war nun viertel vor zehn, als wir ankamen. Um acht Uhr dreißig hätte eigentlich Einlass sein sollen. Doch - die Türen waren noch verschlossen. Manche Leute waren pünktlich da gewesen und dem entsprechend blendender Laune nach einer ewigen Wartezeit in der Kälte.

Niemand war zudem zur Stelle um aufzuklären, wem/welchen Gründen wir diese nicht gelinde Verspätung zu verdanken hatten. Höhere Gewalt? Streik des Bodenpersonals? Startupokratie?

Endlich öffnete die Lanxess-Arena ihre Toren. Wirklich große Namen (Ernst & Young, Rheinenergie, NRW Bank, etc) begrüßten uns Besucher mit den üblichen Messeständen, samt gebrandeter Gummibärchen. Es dauerte noch einmal ordentlich lange, bis wir die Schlange der Akkreditierung hinter uns gelassen hatten und vor allem bis wir uns im Labyrinth der Gänge zum Redner-/VIP-Bereich durchgefragt und durchgeirrt hatten.

Hier war es super. Von hier aus hatten wir einen genialen Blick auf: Eine leere Arena.

Liebe Organisatoren, die noch keine voll etablierte Konferenz vom Format einer Dmexco veranstalten, welche gefühlt schon 25 Mal stattgefunden hat: Der größte Fehler der ein Organisator machen kann, ist sich zu "überdimensionieren"!! Location, Location, Location ist der Schlüssel zum Erfolg. Die Startupcon war insgesamt vielleicht noch nicht einmal schlecht besucht (die Presse schreibt heute 3000 Leute – ehhmmm so viele waren es denke ich nicht, aber vielleicht 2000?!).

Aber hier kommt das große ABER: In einer rie-si-gen Halle wie der Lanxess Arena wirkte die Bühne vor den vielleicht hundert Leuten, die sich davor einfanden, einfach nur einsam. Selbst gute Speaker und interessante Panels gingen hier unter; pointierte Statements wurden ungehört von der Hallenluft aufgesogen.

Viel Atmosphäre und potentiell lebhafte Networkinglaune ging ebenfalls abhanden, denn Besucher schienen hauptsächlich suchend hin und herzulaufen, um einen der unzähligen Nebenschauplätze zu finden, wo Workshops, Pitches oder weitere Vorträge stattfanden. Von den Workshops selbst hörte man zwar akzeptable Teilnehmerquoten, aber erneut viel Hilflosigkeit und Chaos was die Orga der Räumlichkeiten, den Ablauf der Terminplans und die technischer Ausstattung betraf.

Auf der Hauptbühne ging es nicht anders zu: Jens Spahn, seines Zeichens Staatssekretär im Bundesministerium der Finanzen, hielt mit einer 1 ½ stündigen (!!!) Verspätung seine Eröffnungs-Keynote. Danach wurden munter Panels ausgetauscht, hin- und hergewürfelt. Für die Fotografen schien die Herausforderung des Tages darin zu bestehen, einen Winkel zu finden, in dem die leere Halle so voll wie möglich aussah...

Einzig echt gesunde Gründerluft wehte in dem minikleinen Expobereich zwischen Treppe und dem Arena-Innenraum. Hier war es endlich mal schön eng und kuschelig und Startups von Airbons bis CollectAI präsentieren sich und ihre Produkte: Sie schienen zufrieden mit der Ausbeute ihres kleinen Messeplatzes, kamen dort mit vielen interessanten Leuten ins Gespräch. Ähnliches erlebten wir schlussendlich auch in der Speakerlounge, die ein gemütliches Zusammenkommen und sich austauschen ermöglichte.

Wirklich schade: Die Konferenz hatte viel ungenutztes Potential und hat inspirierende Leute anreisen lassen (selbst der lleine Moziah von Mo's Bows aus Shark Tank war aus den USA angereist!), die sich jedoch alle in den Weiten der Hallen verloren.

Fraglich ist, ob sie noch ein nächstes Jahr dazu bewegt werden können, wiederzukommen?!

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