Start-Up Welt

Über gute Gründerduos

Start-Up Welt

In der gängigen Unternehmertum- und Start-Up-„Literatur“ ist immer wieder von den Erfolgsfaktoren für Jungunternehmen zu lesen. Im Ranking meist ganz oben: Alles steht und fällt mit einem guten Gründerteam. Zeit sich die Frage zu stellen: Was macht eigentlich ein gutes Gründerteam aus? Wann funktioniert es und warum? Woran kann es scheitern? Je länger ich über meine eigenen Erfahrungen in der Teamarbeit nachdenke, desto klarer wird mir: Geht eigentlich zu wie in einer richtigen Beziehung [jaaa selbstverständlich ohne den sexuellen Part], oder?

Kennenlernen

Zunächst einmal ist es doch immerschon interessant -genau wie bei jedem Paar- wann und wie sich die Gründer kennen gelernt haben. War es per Gründer-Speeddating, haben sie sich abends [betrunken] bei einem Networking-Event kennengelernt und über dem letzten Bier den Start-Up-Schwur geschlossen? Oder kennen sie sich schon aus Unizeiten oder aus dem vorherigen Job; haben eventuell schon damals gemeinsame Projekte gemacht? Investoren wie Peter Thiel betonen gerne immer wieder, wie in seinem Fall allein die Gründergeschichte eine Investitionsentscheidung Zugunsten oder Ungunsten des Teams entscheiden kann.

 

Passt das?

Eins der beim Thema Beziehung wohl am häufigsten diskutierte Frage ist die: Findet man besser ein Ebenbild seinerselbst, also: Jemanden, der/die einem von der Persönlichkeit her entspricht- a la „gleich und gleich gesellt sich gern“ Oder: Ziehen sich doch Unterschiede eher an? Harmoniert man letztlich besser, wenn man sich komplementiert statt doubelt?

Wie im richtigen Liebesleben gibt es im Gründerteam natürlich ebenfalls für und wieder. Ich persönlich darf jedoch anmerken zu glauben, dass die Mischung „Techie“ und „Rampensau“ durchaus als erfolgsversprechend ist. Auf der einen Seite einen nerdigen, technikverliebten Programmierfreak der sich mit nichts wohler fühlt als im Dialog mit der von ihm entwickelten Software zu stehen. Und dann eben der zweite im Duo: Netzwerker und Kommunikator, für die Öffentlichkeitsarbeit, strategische Partner, Vertrieb oft auch die Finanzierung zuständig. Die Brücke der Unternehmeninsel in alle Himmelsrichtungen.

 

Eine Frage der Chemie

Letztlich liegen die Erfolgsfaktoren aber genau wie einer guten Liebesbeziehung an der Basis. Egal wie unterschiedlich man ist, egal wieviel man gemeinsam hat, egal wie oft man Meinungsverschiedenheiten hat. Im gemeinsamen Miteinander muss die Grundrichtung, die gemeinsame Vision stimmen. Es muss eine Vertrauensbasis vorhanden sein, die seinesgleichen sucht; man muss sich zu 100% auf den anderen verlassen können. Und: Man sollte die Stärken und die Schwächen nicht nur des Anderen, sondern auch von einem selbst gut kennen. Nur so lässt sich die Aufgabenverteilung gut hinbekommen, so vermeidet man unnötige Streitigkeiten.

 

Des Weiteren steht und fällt wie so oft im Leben alles mit der guten Kommunikation: Gründerteams die von Anfang an viel und offen kommunizieren, „leben“ tendenziell länger. Hier geht es auch darum, kleine Ärgernisse im Arbeitsalltag nicht herunterzuschlucken, sondern ganz in Gegenteil: sie anzusprechen. So wird verhindert, dass Streitigkeiten unnötigerweise zu persönlich genommen- oder emotionalisiert werden.

 

Last but not least

Wie schön ist festzustellen, dass es bei guten Gründerteams wirklich ist wie in der „echten“ Beziehungswelt: Es ist restlos-völlig egal, ob Frau-Mann/Mann-Mann oder Frau-Frau sich zusammentun. Hauptsache ist, die Chemie stimmt!

 

PS: Ich selbst bin übrigens seit knapp zwei Monaten fest liiert. Genau, meine zweite Beziehung: Die mit meinem Geschäftspartner Alex Kaiser, mit dem ich gerade ein Jungunternehmen geboren habe: Das gemeinsame Baby heißt w3alpha. Es kann noch nicht sprechen, noch nicht laufen- aber gedeiht prächtig und ist auf dem besten Weg zu seinen ersten eigenen Schritten....

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