Bicycledudes: Über das Gründen als Nebenjob- und trotzdem mit größter Leidenschaft!

Start-Up Welt - 27. Juni 2016

Bicycledudes: Über das Gründen als Nebenjob- und trotzdem mit größter Leidenschaft!

Das Tolle an meiner Arbeit bei der Zukunftsmanufaktur ist, dass ich immer wieder auf die unterschiedlichsten Gründerpersönlichkeiten und Start-Up Geschichten treffe - exemplarisch eben für die kaleidoskopische Unternehmerwelt. Ein klasse Beispiel wie das Leben so (mit einem) spielt ist das von den Bicycledudes.

 Steffen Obermann und Sebastian Chus machen jedes Jahr einen Jungstrip durch Europa. Bei einem Besuch in Dublin sahen sie dann zum ersten Mal, was zu ihrer eigenen Start-Up Idee reifen würde: An einer selbstgebastelten Halterung hing da ein schickes Singlespeed-Bike einfach so an der Wand. Und sah für die fahrradbegeisterten Unternehmer in spe schöner aus als jedes moderne Kunstwerk. Mehr noch: Es WAR für sie Kunst!

Da sie selbst ihre Prachtexemplare von Fahrrädern mehr als gerne nicht nur für unregelmäßige Ausfahrten zu Gesicht bekommen wollten, machten sie sich ebenfalls selbst ans Werk. Zurück in Deutschland bauten sie sich einen Wandhalterungs-Prototypen und wenig später hingen ihre Räder ebenfalls in der Wohnung... Und die Bicycledudes waren geboren! Steffen und Sebastian beschlossen nach der erfolgreichen Deckung des Eigenbedarfs, ihre Liebe zu Fahrrädern und zu Holz zu ihrem zweiten Standbein zu machen. Sie fanden eine mittelständische Tischlerei, die sich bereit erklärten ihre Prototypen zu produzieren. Die UG war schnell gegründet, die Webseite kam wenig später, der Vertrieb startete über das Onlineportal DaWanda. Egal ob Kunst, ob als Diebstahl- oder Wetterschutz, ob aus Platzgründen oder zwecks fehlender anderer Wandideen, die Bicycledudes sind nun für eine Vielzahl von ungewöhnlich platzierten Rädern in Fluren, geräumigen Wohnräumlichkeiten und WG-Zimmern verantwortlich.

Ihre Vollzeitjobs haben die beiden Gründer jedoch nicht aufgegeben- es herrscht keine vermessene Start-Up Romantik darüber, dass mit den Bicycledudes das große Geld verdient und später der große Exit gemacht werden könne. Und auch dieses Unternehmens-Szenario finde ich wichtig, einmal vorzustellen. In der gängigen Gründerliteratur bekommt man gerne das Gefühl vermittelt, es könne nur mit 100%iger Selbstaufgabe, 150%iger „Dedication“ und „Passion“, nur mit durchgemachten Arbeitsnächten und -wochenenden gegründet werden.

Doch auch die langsamen, zunächst nebenbei aufgebauten Jungunternehmen, die eventuell ein bisschen weniger als die totale Weltherrschaft und Weltverbesserung zum Ziel haben, sind es wert, hervorgehoben zu werden.

Die Bicycledudes haben ein Problem gesehen- Wandhalterungen für Fahrräder fehlten. Sie haben zwar keinen Businessplan, kein Pitchdeck und 20-slidige Unternehmenspräsentation, aber sie haben das Produkt dazu zur Marktreife gebracht. Sie sind, nachdem friends & family abgedeckt waren, erfolgreich in den Vertrieb eingestiegen. Ob sie eins, 20 oder 500 "dudes" pro Monat verkaufen, wird sich zeigen. Die eigene Arbeitszeit justieren kann man dann jedoch immer noch- alles in die Waagschale Start-Up zu legen, das wollten Sebastian und Steffen nicht. Und das ist absolut in Ordnung- ein nicht messbares Volumen, ein nicht quantifizierbarer Prozentsatz an Leidenschaft für ihr Unternehmen ist trotzdem nicht zu übersehen.

 

Mehr Infos gibt es auf: www.bicycledudes.de


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